Kun tietokone saa viimeisen sanan | Wenn der Computer das letzte Wort bekommt

Maria Säkön arvio love.abz:n esityksistä Kiasma-teatterissa julkaistu Helsingin Sanomissa.

Deutsch Übersetzung:

love.abz. Finnische Premiere im Kiasma-Theater. Ausgangstext ist das Stück „ABZ der Liebe“, Übersetzung Google Translate. Konzept und Regie Otso Huopaniemi, Raum- und Lichtgestaltung Heikki Paasonen, Sounddesigner Joonas Pehsson.

Am Anfang stand eine bittere Erfahrung. Vielleicht eine Trennung, eine Dreiecksgeschichte, ein Riss in der Freundschaft.

Heraus kam eine Inszenierung mit dem Namen love.abz, deren Grundlage die Wechselwirkung von Mensch und Maschine bildet. Als Ausgangspunkt dient das von Otso Huopaniemi geschriebene Stück „ABZ der Liebe“. Sie wurde vorher in New York aufgeführt.

In der Aufführung sprechen zwei Männer und eine Frau. Die Repliken wurden von Google Translate auf finnisch und englisch übersetzt.

Auf der Bühne des Kiasma-Theaters sind drei Darsteller (Anna Maria Häkkinen, Leo Kirjonen und Alexander Komlosi), die Fortsetzungen des Stücktexts, der auf Bildschirme projiziert wird, improvisieren.

Huopaniemi lässt das Publikum losen, in welcher Reihenfolge welche Szenen gespielt werden und Teemu Miettinen schreibt auf einen Bildschirm noch die innere Stimme des Erzählers.

Die Spracherkennung des Computers wandelt Sprache in einen Text um, der voller Missverständnisse ist.

Ein „enigmatischer Mensch“ wird jetzt ein „minimalistischer Mensch“.

Der Name Zaida wird zum Ausdruck „side of“. Auch wenn die Fehler von einer Maschine kommen, sind in ihnen schnell sehr freudsche verborgene Bedeutungen zu sehen.

Am Ende lesen die Computerstimmen eine Szene auf englisch und finnisch.

Selbst ein kleiner Fehler kann den Tonfall der Szene ändern, und die Schauspieler fangen an, gegen die Maschinen zu kämpfen und ihnen nachzugeben. Gleichzeitig kommt einem die Aufführung schmerzlich bekannt vor. Die Menschen teilen ständig immer intimere Dinge offen im Netz, und sie verbreiten davon verschiedene Versionen im Cyberspace.

Die Aufführung wird trotzdem nicht unverständlich. Lediglich die Intensität nimmt zum Ende hin zu.

love.abz erinnert an die Art, wie der Pionier des britischen Avantgardetheaters Tim Etchell in seinen Arbeiten Aufführungskonventionen zerstört.

Die zentralen Fragen des zeitgenössischen Tanzes und Theaters sind die Verbindung des Menschlichen und Nichtmenschlichen, des Menschen mit Natur und Maschine.

love.abz gibt auf diese Diskussion seinen eigenen, urbanen Kommentar.

Die Künstler trauen sich Kontrolle abzugeben, ihr Ego zurückzustecken und die Maschinen die Karten mischen zu lassen. Das Ergebnis ist gar kein Scheckensszenario, in dem die Maschinen den Menschen entwürdigen, sondern ein humorvoller Kampf ums Überleben.

Übersetzung: Katja von der Ropp