In (love.abz)3, the last part of the nine-part love.abz performance series, we set out to explore three things: writing with and against Google, authorship as a multiplicity of inseparable human and non-human agents, and the alterity of languages. We planned to use similar elements as in the previous parts of the series, only on a totally different scale. We replaced algorithmically mutated scenes from Otso Huopaniemi’s play, An ABZ of Love, with personal text fragments written by the performers in rehearsals, they too transformed by our non-human collaborators, the machine translator and speech recognizer. The question we initially asked was, what happens to the texts, and the writing process on the other hand, when it is subjected to this multi-stage, complex improvisation and translation process?

During the rehearsal process, we came to understand that we are an even more multilingual group than we had realized, and that we had the potential to form an even broader authorial network than we had originally imagined. We took this idea of working as a network and exposing the audience to a high degree of textual alterity seriously. We pushed the original performance concept even further by devising a system of writing we had not planned on and never before tried. By employing all eleven languages we collectively speak and by introducing new constellations in which the “input” (speech) fed into the computer does not necessarily match its language settings, we came up with a practice that requires blind complementation, a delicate form of collective writing (or perhaps rather speaking) between agents that understand each other only partially or not at all.

First Performance: November 13, 2015, 8pm

Subsequent Performances: November 14, 16 and 17, 8pm | November 15, 3pm*

In Theaterdiscounter, Klosterstraße 44, 10179 Berlin

* Post-show talk with the performers, moderated by Laura Hirvi, the director of the Finnish Institute in Germany.

In (love.abz)3, dem letzten Teil der neunteiligen Performanceserie love.abz, untersuchen wir drei Dinge: das Schreiben mit und gegen Google, die Autorenschaft als eine Vielheit untrennbarer menschlicher und nicht-menschlicher Akteure, und die Alterität der Sprachen. Wir wollten mit ähnlichen Elementen arbeiten wie bei den vorangegangenen Teilen der Reihe, nur in ganz anderem Maßstab. Wir ersetzten algorihtmisch veränderte Szenen aus Otso Huopaniemis Stück An ABZ of Love durch persönliche Textfragmente, welche die Darsteller während der Proben geschrieben hatten –ebenfalls transformiert von unseren nicht-menschlichen Kollaborateuren, den Übersetzungsprogrammen und Spracherkennungssystemen. Unsere Ausgangsfrage lautete, was passiert mit den Texten, und wie verändert sich der Schreibprozess, wenn beides diesem mehrphasigen, komplexen Improvisations- und Übersetzungsvorgang unterzogen wird?

Im Laufe der Proben erkannten wir, dass wir eine noch stärker multilinguale Gruppe sind als angenommen, und dass wir über das Potenzial verfügen, ein noch weiter gefasstes auktoriales Netzwerk zu bilden, als wir dachten. Wir nahmen die Idee, als Netzwerk zu arbeiten und dem Publikum ein hohes Maß an textlicher Alterität zu präsentieren, sehr ernst. Wir trieben das ursprüngliche Performancekonzept weiter auf die Spitze und entwickelten ein Schreibsystem, das wir nicht vorgesehen und noch nie ausprobiert hatten. Indem wir alle elf Sprachen, die wir zusammen sprechen, einsetzten und neue Konstellationen herstellten, bei denen der „Input“ (Sprache/Worte) in den Computer nicht unbedingt zu dessen Spracheinstellung passte, entstand ein Verfahren, das eine blinde Fertigstellung erfordert – eine störungsanfällige Form des kollektiven Schreibens (oder vielleicht eher Redens) unter Akteuren, die einander nur zum Teil oder gar nicht verstehen.

Premiere: 13. November 2015, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen 14., 16 und 17.11.2015, 20 Uhr | 15. 11. 2015, 15 Uhr*

Im Theaterdiscounter

* Publikumsgespräch. Moderatorin Laura Hirvi, die Direktorin des Finnland-Instituts in Deutschland.

Credits

Konzept und Regie: Otso Huopaniemi | Bühne und Licht: Johannes Maas | Kostüm: Lee Meir | Produktion: Annett Hardegen | Assistenz: Roni Katz | Fotos: Anastasya Stolyarov | Video: Andrea Keiz Performance: Catherine Copplestone, Josep Caballero García, Emily Gleeson, Leo Kirjonen, Meri Koivisto, Alexander Komlosi, Lee Meir, Teemu Miettinen, Ania Nowak, Eeva Semerdjiev Eine Produktion von Otso Huopaniemi in Kooperation mit dem Theaterdiscounter Berlin, gefördert durch die Kone Foundation (FIN), den Fonds Darstellende Künste e.V., den Regierenden Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, die finnische Kulturstiftung SKR und das Finnland-Institut in Deutschland.